Es gibt immer schlimme Tage…

… heute war so einer …

Schmitti hat ja schon seit längerer Zeit arge Probleme bei der Nasenatmung durchs rechte Nasenloch. Wir haben schon endoskopisch nachgucken lassen 2 mal spülen lassen, aber so richtig wurden wir und unser Tierarzt nicht schlau: es sah alles „normal“ aus und wir gingen immer noch von Dreck/einer Granne aus.

Dann, auf einer Mittagsrunde, nieste Schmitti 2 Bohnengrosse Stücke „Irgendwas“ aus. Ich packte das direkt ein und raste zum Tierarzt: erste Untersuchungen zeigten nichts Dolles und so ließ ich das „Irgendwas“ einschicken: Resümee war, das Schmitti Polypen hat; Symptome passten, also waren wir „etwas“ beruhigt.

Immer wieder faszinierend, wie schnell man dich an so undifferenzierten Aussagen festhält und Kopf und Augen und vor allem Herz vor dem Wesentlichen zumacht.

Ich habe dann endlich einen CT Termin in der Tierklinik Kaiserberg gemacht und heute Morgen um 7 Uhr sind Schmitti und ich losgefahren. Meine Wunschvorstellung war immer noch, dass festgestellt würde, wo die Polypen genau sitzen und Schmitti dann endoskopisch „unters Messer“ kommt.

Also meldeten wir uns an und warteten darauf, das Vorgespräch zu führen

Wir hatten eine sehr nette Ärtzin, die von Schmitti erst einmal um die Pfote gewickelt wurde. Sie war ehrlich und fragte mich, was ist wenn….

Ich stimmte zu, dass Schmitti sofort operiert werden könnte, er würde aber beim Worst case nicht in der Narkose bleiben; er kommt wieder mit nach Hause. Also bekam er einen Zugang gelegt und dann haben wir auf den CT Termin gewartet

Um 9.36 Uhr ging Schmitti ins CT, um 9.55 Uhr bekam ich (schon) das Ergenis;

Das rechte Nasenloch ist zu. Kurz hinterm Nasenspiegel fängt rechts der Tumor an, zieht sich über Neben- und Stirnhöhle. Der rechte Kieferknochen ist auch etwas lädiert, deswegen tränt das rechte Auge. Noch ist links alles frei, aber das wird auch zuwachsen…

Wenn die Schmitti vorher nicht erlebt hätte, würde sie mir raten, ihn in der Narkose zu lassen…

Ich habe Schmitti ausschlafen lassen – etwas geheult, in schönen Erinnerungen geschwelgt, wieder geheult…

Wie sind wieder zu Hause und ich musste Micha alles berichten. Nun sind wir beide sehr genervt, angespannt, furchtbar traurig, zornig auf alles und dankbar, dass wir seit 10 Jahren mit so einem tollen Hund, der in Irland vor 10 Jahren gestorben wäre, Zeit verbringen dürfen

Schmitti, der Babynator

Geliebter Hund zeige uns, wenn es soweit ist und wir übernehmen dann – sehr schweren Herzens – die Verantwortung…

Liegt in der Familie

Unglücks-Vererbung bei Schafen? Gibt es tatsächlich… besonders für „schwarze Schafe“

Damals – beim Sturm ‚Sabine‘ – flog Nachts die Abdeckung unserer Stromversorgung fort und unsere ‚verrückte‘ Schwarze rannte los und landete in Stromzaun, in dem sie sich kräftig verhedderte: wir mussten die rausschneiden: Schaf gerettet, Zaun kaputt…

Heute hatte ich die Kleenen im ‚Kindergarten‘, sprich auf einem eingezäunten, aber nicht unter Strom stehenden, Gelände. Alles war gut, die Kleenen freuten sich über frisches Grün…

Ich war schon im „alles fertig machen für die Nacht“-Modus – Heu, Wasser, Leckerchen im „Strom-Zuhause“ – als eine Freundin auf einen Kaffee vorbeikam. Ich hatte zwar immer ein Auge auf die Dunkelheit, aber z.Z. ist die Dunkelheit verdammt schnell.

Irgendwann hatten die Hummeln im Hintern Oberwasser und mein Besuch ging und ich bereitet alles vor. Auf dem Weg zum Nachtpferch, beschloss ich die Kleenen direkt mitzunehmen.

Die Leuchtkraft der Kopflampe ließ etwas zu wünschen übrig und ich sah meine Lämmis nicht… dann sah ich den runtergerissenen Zaun und hatte echt üble Mutmaßungen – geklaut? – dann sah ich einen dunklen „Hügel“ auf der Wiese, welcher sich leider als in den Zaun gewickelte Carstina, unsere Erstgeborene und Tochter der verrückten Schwarzen, herausstellte.

Da stehst du auf der leeren, dunklen Wiese und fragst dich, wo ist der Rest der Bagage? Gott sei Dank hatte ich das Nachtlager aufgelassen, so dass die aufgeschreckten Kleenen direkt in die ‚Sicherheit‘ flüchten konnten – außer der Schwarzen – und nun ängstlich blökend antworteten, als ich sie rief.

Da ich nicht zurück ins Haus konnte, um ein Messer zu holen, rief ich Micha an, damit er direkt von der Arbeit kommend zum Messerbrett durchstarten konnte, um Carstina frei schneiden zu können. „Witzigerweise“ – meine Nerven lagen blank – kam dann auch Micha nach Hause, so konnte ich dann direkt zu ihm rüber brüllen…

Er kam dann auch schnell und wir schnibbelten Carstina aus dem Netz – schwupps, 100 EUR in kleine Stücke zerschnitten – und brachten sie sicher zu ihren Brüdern und Schwestern. Nachdem dann die Raufe gefüllt und die Leckerchen verteilt waren, konnten die Kleenen ihren Stress mit Fressen abbauen.

Micha und ich haben unseren Stress beim Italiener abgebaut.

Wie die Mutter, so die Tochter. Bin gespannt, ob der Nachwuchs nächstes Jahr auch ein ‚Netzwickler‘ wird…

(Sehr großer) Schreck am Abend

Nachdem der Tag zwar sehr müde – Rupi hatte uns in der Nacht um 1.30 Uhr aus dem Bett geholt, um Gassi zu gehen – aber doch einigermaßen erfolgreich sich dem Ende zu neigt und wir noch etwas zum Essen einkaufen wollten, passierte ein Unglück, welches mir echt Übelkeit verursachte:

Schmitti hatte gerade die Augentropfen bekommen und erhielt zur Belohnung ein Leckerchen, Rupi natürlich auch – bei uns bekommen alle anderen auch eine Belohnung, jaja.. Mama Weichherz…

Plötzlich fing Rupi an zu schnaufen und zu röcheln, fiel um und krampfte und kämpfte nach Luft. Ich habe ihn mir geschnappt, aufgestellt und da ich dachte, dass er sich am Leckerchen verschluckt hatte, habe ich ihm auf den Rücken geklopft. Er schnaufte, röchelte und zitterte immer noch, versuchte dabei zu niesen.  Endlich schaffte er es einen fetten Nieser loszulassen und es schoss etwas auf der dicken Nase raus. Micha hob es auf und vermutete zuerst ein Stück vom Zahn; im Endeffekt stellte sich das kleine Stück als Katzenstreu raus – Rupi neigt im Alter dazu sich über das Katzenklo herzumachen. Es folgten noch einige dicke Nieser, wobei ich den alten Herrn stützte, denn er zitterte immer noch am ganzen Körper.

Lange Rede, kurzer Sinn: beim Tierarzt angerufen: „Wir kommen“ Egal, ob Notsprechstunde und teuer, Hauptsache meinem Müppelchen wird geholfen. Schmitti fand es sehr doof, nicht mitgenommen zu werden, aber ich denke wir hatten schon Aufregung genug. Im Auto lag Rupi sehr platt auf der Rücksitzbank und ich heizte gen Gevelsberg.

Vor der Praxis traf ich noch Ela, eine Freundin aus Hundeschultagen, die sich auch um Rupi Sorgen machte und uns die Daumen drückte (DANKE!)  Gott sei Dank, fand die Ärztin nichts mehr in der Nase und klärte uns auf, dass diese „nach Luft schnappen“-Aktion für so einen alten Herren sehr anstrengend sei und er deswegen umgekippt ist. Da wir schon mal da waren, haben wir noch Schmerzmittel und Antibiotika gegen die Anaplasmose-Schübe für Rupi mitgenommen.

Ich habe ihm vor dem schlafen gehen seine Schmerzmittel und die erste Dosis Anitbiotika geben und hoffe, dass mein kleiner Schatz heute nach der ganzen Aufregung gut schläft.

Ich werde wahrscheinlich nicht gut schlafen, denn der heutige Tag hat mir mal wieder gezeigt, wie schnell alles vorbei sein kann. Nicht falsch verstehen: ich weiß, dass Ruppert du ich ein verdammt langes tolles gemeinsames Leben haben und dass viele Hundekumpels nicht dieses Glück hatten, so alt zu werden. Aber das macht es auch nicht besser: Verlust bleibt Verlust und Ruppert war die letzten 14 Jahre meine einzige Konstante (mit allen Höhen und Tiefen) und das ist einfach schwer, loszulassen.

Ich habe ihm damals versprochen, auf ihn aufzupassen und ich habe das Gefühl, dass auch er mir dieses Versprechen gegeben hat und das auch sehr ernst nimmt. Deswegen haben wir einen Deal gemacht:

Wenn mein herzallerliebster alter Ruppert nicht mehr kann, darf er gehen du ich werde tapfer sein!!!

PS: Mir ist immer noch schlecht, aber ich geniesse jeden Tag, der uns noch bleibt, mit dem Muppel