Seit längerer Zeit mal wieder mit den Mähdels und den Hundejungs spazieren gegangen

Und die Jungs haben das toll gemacht: Jack vorne als Stopper und Schmitti hinten
Alltagsplaudereien aus dem Bergischen
Seit längerer Zeit mal wieder mit den Mähdels und den Hundejungs spazieren gegangen

Und die Jungs haben das toll gemacht: Jack vorne als Stopper und Schmitti hinten
So hätte Bran besser heißen sollen, aber fangen wir am Anfang an…
In Corona-Zeiten mache ich Homeoffice – tollste Erfindung ever – lasse mich aber einmal in der Woche im Büro sehen – sonst fängt man an, die Namen der KollegInnen und Chefs zu vergessen…
Heute war so ein Tag und gestern Abend haben wir schon die logistischen Vorbereitungen getroffen: wir bauten in der Küche den großen Kennel auf, platzierten Decken und Saufnapf in ihm.
Die Hundejungs würden den Vormittag in Küche und Flur verbringen, jeder in seinem Körbchen… dachten wir.
Bran wurde in den Kennel geschickt und dieser wurde „sorgfältig“ verschlossen. Schon mal vorab, ich hatte die Nacht sehr schlecht geschlafen.
„Tschüss Jungs“ und weg waren wir, Geld für tolles Hundefutter verdienen gehen.
Ich habe so gegen 11.30 Uhr den Büro-Arbeitsplatz gegen den Homeoffice-Arbeitsplatz getauscht und war echt gespannt, was mich erwartet, denn Schmitti und Jack waren/sind kreative Innenarchitekten…
Es war ruhig im Tal, das war ja schon erfreulich, denn Bran kann echt laut sein. Als ich die Glastür aufschloss, blieb es ruhig, ich hatte ein klein wenig Hoffnung. Das Öffnen der Holztür machte diese Hoffnung zu nichte : jmd. hatte an der Tür gerappelt, als dieser jmd. versuchte sie zu öffnen:
Als die Tür aufschwang kamen mir DREI frohgelaunte Hundenasen entgegen: Schmitti, Jack … UND Bran…
Hundini hatte es irgendwie geschafft, sich im Kennel das Geschirr auszuziehen – es ist noch ganz – und sich „so glatt“ durch die nur oben eingerastete Kenneltüre zu quetschen.
Gerade versucht er schon wieder die Haustüre aufzumachen, da ich ja schon viel zu lange draussen auf dem Bänkchen sitze und seine „Schandtaten“ dokumentiere…
Was haben wir uns da für einen lustigen Lümmel ins Haus geholt
„Nur gucken, nicht anfassen“
Das wollten wir eigentlich, als wir heute morgen nach Korbach gefahren sind. Auf der Tierheimseite wurde „Kai Uwe“ vorgestellt, ein angeblicher Bordermix.
Nicht der Bordermix sprach mich an, sondern die Bilder: ein schwarzer kleiner Schäferhund mit klugen dunkelbraunen Äugelein war zu sehen, etwa ein altdeutscher Schwarzer?
Also schrieb ich erst einmal eine Anfrage, wie und ob er sich mit Rüden versteht… leider konnte das Tierheim keine Angaben machen, aber der Abgabegrund war wohl eine Beisserei mit seinem Vater…
Wir entschieden hinzufahren und meldeten uns beim Tierheim an, Freitag 14 Uhr hatten wir eine Verabredung.
Die Hundejungs haben wir erst einmal im Auto gelassen, da ich den Bub alleine kennen lernen wollte: ich hab ein Spieli mitgenommen und machte mich interessant. Prompt kam der kleine Hund an, grapschte sich das Spielzeug und rannte glücklich angebend durch den Auslauf. Mmh, erst mal nicht besonderes, aber dann tobte er auf mich zu und legte mir das Spielzeug vor die Füße. Das war das erste gute Zeichen: er nahm Kontakt auf, das Herz schmolz ein wenig mehr.
Dann sind wir mit den Hundejungs spazieren gegangen, was er sehr spannend fand. Die Hundejungs waren auch nicht abgeneigt. Dann sind wir ins Tierheim zurück und haben erst Schmitti mit ihm im Auslauf Kontakt aufnehmen lassen. Als er aufreiten wollte, hat Schmittchen ihn in seine Schranken verwiesen und er nahm es an. Als Jack kam, ließen beide Rüden die „Hosenträger schnacken“, aber alles im Grünen Bereich. Wir wechselten noch 2 mal und dann ließen wir alle Drei zusammen laufen: mein Jagdgeschwader hat den Kleenen echt beeindruckt; tief beeindruckt suchte er hinter Micha Schutz, unsere beiden ließen sich sofort abrufen, was die Mitarbeiterin des Tierheims beeindruckte. Sie ließ uns dann alleine, damit wir versuchen konnten, Herz (nimm ihn mit) und Kopf (bist du bekloppt?) in Einklang zu bringen….
Wir wollen ihn….
Und nicht nur unsere Hunde, sondern wir auch einen kompetenten Eindruck hinterlassen haben, dürften wir „Kai Uwe“ direkt mitnehmen.
Und nun heißt der Kleene BRAN und gehört zu uns





Die Mähdels haben nun lange genug auf ihrem Fleckchen gestanden. Einmal haben wir schon ihre Hütte umgesetzt, aber nachdem wir gemäht haben, gibt es freie Platzwahl: wir lassen sie ein Stück die Wiese runter ziehen.











Da es heute schon recht warm war, haben wir mit den Mähdels nur ein kurzes Training gemacht
Nach einem sehr warmen Hütetraining hieß es für die Hundejungs erst einmal „ab ins Wasser“
Die großen Muhkuhs finden die „Kleinen Kühe“ echt seltsam
Was machen die den jetzt schon wieder?
… aber fangen wir noch gestern an …
Wir gaben uns total platt Pizza und Salat besorgt. Während wir auf die Fertigstellung der Speisen warteten, rief ein befreundeter Jäger an und fragte, ob wir nochmal mit unseren Hunden durch ein abzumähendes Feld laufen wollen, um evtl. angelegte Kitze zu finden: Klaro, morgen 9 Uhr sind wir da. Dann fielen wir aufs Sofa und wollten eigentlich nach dem Essen nur noch Duschen und dann ab ins Bett: ich habe es geschafft, nachdem Micha gerade auf dem Weg zur Dusche war, ging der Pieper: Brand, und das auch noch bei Freunden von uns … Wir sind ja ein eingespieltes Team: während Micha in die Feuerwehrsachen „schlüpft“, mache ich den Weg zum Auto frei. Und weg war er…
Leider kamen bei dem Brand ein Hund (‚mein Kamel‘ Bayanga) und eine Katze durch Rauchvergiftung ums Leben, den Menschen geht es soweit gut.
Irgendwann kam Micha ins Bett gekrochen. Ich hab ihn bis halb 9 schlafen lassen und dann entschieden, alleine mit den Hundejungs loszufahren, da ging der Pieper: es qualmte wieder. Und tschüss, mein Schatz, pass auf dich auf.
Wir sind dann nach Großsporkert zur Wiese gefahren, wo schon fleißig gemäht wurde…??? Die Jäger waren etwas sauer, da es anders abgesprochen war. So suchten wir in der noch stehenden Wiese zusammen mit den Jägern und fanden GsD nichts. Auf dem nach Hauseweg holte ich noch Brötchen: Micha hat bestimmt Hunger, aber es gibt tolle Feuerwehrfrauen, die schon den Jungs Frühstück gemacht haben – Danke Anja
So fing ich schonmal an das Scherchaos zu beseitigen, gab aber beim misten auf, da ich nicht wusste, wie ich meinen Mist

auf den großen Misthaufen bringen sollte – mache ich gleich mit Wiebke zusammen…
Dafür habe ich die Horden rausgeräumt und die Wolle rübergeholt


Dann kam Micha zum Duschen und zum 2. Frühstück. Hät ich doch nichts gesagt:
„Nach dem Gesetz der Serie müssen es 3 sein…“ piep, piep, piep
Und weg war er wieder… ohne Handy. Also packte ich Wasser, Kraftfutter, Hundejungs und Handy ein und fuhr nach Windgassen. Ich hatte gedacht, dass alles abgesperrt wäre, kam aber bis fast ans Haus, parkte und suchte Micha: schwierig, wenn jede Menge Feuerwehrmänner mit Atemmasken unterwegs sind. Dafür traf ich alle vom Brand Betroffenen und – Scheiss auf Viren – musste sie erst einmal drücken.
Dann fand ich auch meinen Mann, der in Vollmontur aus dem Brandhaus kam, und übergab ihm das Handy.
Und endlich fand ich Zeit zu den Mähdels zu fahren, um zu schauen, wie sie ihre erste Nacht „nackend“ im neuen Zuhause verbracht haben: ich glaube, sie schämen sich ein wenig, denn sie standen alle im Häuschen und kamen vorsichtig raus, als sie mich erkannten

Und dann haben wir auf der wunderschönen Wiese trainiert: fabelhaft!



Morgen gibt es Bilder von Jack, der heute auch sehr gut gearbeitet hat.
Dann haben wir die Mähdels wieder „rein“ gebracht, sie haben ihr Kraftfutter gekriegt und während sie gemampft haben,
habe ich auf dem Bänkchen die Sonne genossen.
Kurz nachdem ich zu Hause war, kam auch Micha. Um 19 Uhr wollte die FFW sich noch einmal das Haus anschauen, ob es noch irgendwo qualmt, aber bis dahin hatte Micha nun „frei“.
Dann kam Sabine und schaute sich die Fließe an: sie nahm 6 mit. Bin gespannt, was sie Tolles aus der Wolle meiner Mähdels macht und ich bekomme beigebracht, wie man spinnt – ok, eigentlich bin ich Profi im spinnen … ohne Geräte
Nun ist wirklich Feierabend und ich hoffe, dass unsere Nacht heute zusammenhängend ist.
Ja dann mal ran an die Buletten:
1. Abbau


Dann habe ich mich ans „Koffer packen“ begeben: Zäune abbauen, Zelt zusammenpacken, Futterraufe hochbringen, weiße Stecken aufsammeln






2.Umzug der Klamotten
Gott sei Dank haben Bine und Andi heute geholfen: also alles auf den Hänger – jaaa, auch mein Bänkchen – und dann auf zur neuen Weide. Micha und ich hatten ja schon abgesprochen, wo was hinsoll und so haben wir Gas… der Scherer kommt ja gleich








3. Die Schur
Dann wieder runter hechten, der Scherer kommt:








4. Die Damen ziehen um
Und zum Schluss die nackten Mähdels ins neue Zuhause bringen



Und nun ist für die Damen, die Hundejungs und uns endlich Feierabend.
Morgen räumen wir auf…
… den Rest kennt ihr. Fangen wir zeitlich korrekt an.
Gestern so gegen 21 Uhr kam Micha von seinem Scherkurs zurück: völlig fertig, aber mit vielem Wissen. So z.B. dass die Schafe 12 Std. vor der Schur nichts mehr zu fressen bekommen sollen… und ich habe vorhin noch ne Schüppe Kraftfutter als Leckerchen zzgl. zum Heu in die Box geworfen… Ok, beim nächsten mal.
Da wir beide ziemlich platt waren und morgen früh raus müssen – 2.Tag Scherkurs, der Scherer macht die Mähdels nackig – hieß es zügig ab ins Bett und schlafen… Pustekuchen…
Wir schlummerten gerade so ein, als unsere Wachdackel anschlugen: beim ersten Nachschauen hat Micha noch nichts entdeckt. Hunde loben und wieder ins Bett. Aber beim zweiten Mal – das Anschlagen wurde ernster – erblickten wir 4 Rinder vorm Nachbarstor vor unserem Fenster.
Ach du Sch****, aber der „Ablauf-Prozess“ steht auf dem Land:
1. den (vermeintlichen) Besitzer Carsten anrufen (keiner zu Hause, auf den Quakomaten sprechen)
2. in die Klamotten werfen
3. Taschenlampen, Stöcke und Leuchtwesten für uns, Leuchties für die Hundejungs
4. nochmal den Besitzer anrufen: Festnetz und mobil
5. Rinder suchen, denn die standen nicht mehr vorm Haus
6. während des Suchens, schauen, ob man Löcher im Zaun findet (komisch, war keins)
Endlich haben wir, nachdem wir einige Rehlein mit den Taschenlampen genervt hatten, die kleenen neugierigen Tierchen gefunden und versuchten sie nun, auf die Weide zurück zu bringen, die Hundejungs halfen toll mit.
Was uns die ganze Zeit wunderte, es waren 4 Tierchen, auf der Weide stehen 6. Wo waren die anderen beiden und wenn sie nicht mit ausgebüxt sind, warum stehen sie nicht am Zaun und muhen verzweifelt? Egal, los ging es: Zaun auf, Micha ging mit Jack vor – Rinder stehen auf dich bewegende bunte Lichter – Rinder brav hinterher. Eins ging auch mit auf die Weide, 3 liegen vorbei. Das eine fing verzweifelt an zu muhen, die 3 draußen machten mit und dann gab es noch Echo aus 6 Kehlen: die 6 einheimischen Rinder, die schon geruht hatten, kamen auf Micha zu galoppiert, Richtung offener Zaun. „Halte sie auf!“ Oh, bitte nicht alle auf der Strasse… Micha hielt sie auf, aber alle standen nun am Zaun und muhten lustig ihren 3 draußen stehenden Kumpelinen zu. Langsam bekomme ich Routine und so trieben Schmitti und ich zuerst 2 Damen aufs Grüne, die letzte Dame beschloss, dass es alleine draußen doof ist und trabte artig hinter den anderen her…
Geschafft!!! im wahrsten Sinne des Wortes
Um 1 lagen wir wieder im Bett und versuchten einzuschlafen – schwierig mit Adrenalin im Blut….
Heute morgen hat Micha Carsten getroffen, der zu dieser Zeit noch nicht wusste, woher die 4 Rinder stammten… Der Ohrmarken-Check soll Auskunft geben.
Mittlerweile hat Carsten angerufen: es sind seine, aber ihre Heimatwiese ist in Marscheid. Da haben die Kleenen eine Nachtwanderung gemacht, nun dürfen sie hierbleiben

Dann die nächste Hiobsbotschaft:
der Scherer ist krank und kommt nicht, nächster Termin: nächsten Sonntag
Also alles wieder Zurückbauen und Mähdels zurück auf die Weide



Jetzt habe ich mir mein Frühstück wirklich verdient


Und bei diesem Ausblick genieße ich es in vollen Zügen…
Ja ja, Landleben ist ruhig und beschaulich…