Am 31.07.2018 hat mein Rupi-Bär uns verlassen

und ist über die Regenbogenbrücke gelaufen…

Die Hitze hat dem alten Hund immens zugesetzt, aber er ist immer noch gutgelaunt mitge-„laufen“. Die Arthrose und die Spondylose haben dafür gesorgt, dass die Pfoten auch nicht mehr so funktionierten, wie der Opi und wir es uns gewünscht haben: manchmal, wenn die Hinterpfoten die Vorderpfoten überholt haben, haben wir einen kurzen Stopp gemacht, Rupi hat sich gesammelt und dann ging es langsam weiter.

Selbst am Montag ist er auf unserer Bachrunde noch mitgelaufen… Hauptsache dabei … und am Besten mittendrin … das war ihm immer wichtig.

Am Dienstag morgen ging es ihm sehr schlecht und ich wusste wirklich nicht mehr weiter: heulend stand ich auf der Straße und flehte Micha an, mir zu sagen, was ich machen soll. Das war wirklich das erste mal, dass Ruppert sich – nachdem er seine Geschäfte mit Hilfe von uns erledigt hatte – auf die Straße legte und der Gesichtsausdruck sagte:
es langt – ich kann nicht mehr

Viele Menschen werden jetzt sagen, der war doch schon alt, die Entscheidung muss doch – im Sinne des Hundes – leicht fallen… NEIN – dem ist nicht so. Alle Argumente, die der Kopf treffen wollte, wurden durch mein Herz außer Kraft gesetzt: dieser Hund bedeutet mir so viel, dass kann kein Mensch nachvollziehen. Ruppert hat mir das Leben gerettet – ohne ihn würde ich seit 14 Jahren die Adresse Friedhof haben. Andersherum habe ich ihm auch das Leben gerettet, denn das schwarze Monster wäre zum Wanderpokal geworden: er hätte solange zugebissen, bis er eingeschläfert worden wäre.

Wir haben uns damals gesucht und gefunden: an dem Tag, als dieser Hund ins Tierheim Velbert kam, habe ich schon gesagt: „Der ist es. Der kommt zu mir!“ und das habe ich auch durchgezogen. Oli sagte: „Können wir nicht was Einfacheres nehmen?“ Aber ich hielt an der schwarzen Bestie fest. Ich war Gassi-Gänger im Tierheim und lernte Ruppert seht gut kennen, mit allen seinen Macken – und er hatte einige. Das Tierheimpersonal traute sich an ihn gar nicht ran: abtrocknen und Zecken zeihen überließen sie mir. Geimpft wurde er durch die Gitterstäbe seines Zwingers, in dem man ihn an die Leine nahm, die Leine wurde durch die Gitterstäbe gezogen und Ruppert wurde mit der Leine an die Gitter gezerrt, wo er von der Tierärztin die spritze erhielt… Ja, der Kleene war schon ein lustiger Zeitgenosse 😉

Dann starb Oli und ich zog in eine Hunde-kompatible Wohnung, direkt um die Ecke meiner Arbeit: der Weg war frei für Rupi…

Als ich im Tierheim vorsprach, bekam ich zu hören, dass sie mir den Hund nicht geben wollten: „Sie wissen doch, wie der ist. Kommen sie ruhig jeden Tag hierhin du gehen mit ihm Gassi, aber sie bekommen ihn nicht“ …
Da stehste erst einmal da und bist baff, aber ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und sagte ihnen, dass ich den Hund dann klauen würde, da ihn ja sonst keiner haben will; das wirkte…

So kam eine Vorbesichtigung und am 17.06.2004 habe ich Rupi zu mir geholt!!

Unsere Beziehung stand zwischendurch immer mal wieder auf Messers Schneide: wie oft wollte dieser Hund mich fressen – und ich ihn umbringen; besonders als Ruppert ganz im Anfang, nach Jonas geschnappt hat: Jonas wollte im Tschüß sagen, beugte sich über ihn, um ihn zu umarmen und da hat Ruppert aus Panik zugebissen… ich bin gestorben: worst case ever… :
danke an meine Engländer, dass ihr uns noch eine Chance gegeben habt und das Jonas ihm verziehen hat.

Wir haben beide voneinander gelernt und vor allem haben wir gelernt, einander zu vertrauen, oder ein Management aufzubauen, welches und beiden geholfen hat, normal miteinander umzugehen: der Maulkorb war unser ständiger Begleiter – bis ins sehr hohe Alter. Er ist in letzten Wochen hat er es ertragen, Hilfe anzunehmen und sich ohne Mauli tragen zu lassen, selbst von Micha.

Urlaub machten wir nur noch da, wo wir beide willkommen waren, Freunde, die Ruppert nicht mochten, mochte ich dann auch nicht mehr, Restaurants mit Hunde-Verbot bekamen mein Geld (und das Geld meiner Familie) nicht. Mein Tagesablauf richtete sich nach der Hundeuhr und ich wurde fit, denn was haben wir Kilometer gemacht, mein Herzhund. Sämtliche Wanderführer aus dem bergischen Land wurden gekauft und abgewandert, immer wieder neue Eindrücke für Hund und Frauchen. Wie viele Kilometer ist er in Rhein und Ruhr hinter seinem Igel hergeschwommen, hat seinen Igel aus reißenden Gewässern gerettet (und auch Spielzeug von anderen Hunden). Wie oft hat er mir geholfen, anderen Hunden zu helfen, in dem er als Therapiehund gearbeitet hat – auf den Punkt genau wusste er, was zu tun ist. Wie oft waren wir in Großbritannien unterwegs und hatten lustige Begegnungen mit Zöllnern, die ein wenig Angst vor dir hatten „Is it a nice dog?“ „Sometimes!“ und so lernte ich deinen Chip auszulesen, weil sich keiner an dich ran traute 🙂

Was haben wir für liebe Menschen und Hunde auf unseren Wegen kennengelernt, die immer noch zu meinen und seinen besten Freunden gehören/gehörten.

Ruppert war in schönen und schlechten Tagen an meiner Seite – IMMER (wenn es möglich war)

Er hat mir über Olis Tod und die schlimme Zeit danach geholfen, er war da als Martin im sterben lag – dieser Hund hat es fertig gebracht auf dem Friedhof auf die Wiese zu laufen, wo Martin beerdigt worden ist, und sich genau auf der Stelle zu wälzen, wo Martin liegt, jedes mal. Er war an meiner Seite, als ich Micha geheiratet habe – sogar mit Schlips. Er (und Connor) haben meiner Mama  und vielen anderen alten Menschen im St.Hildegardis-Heim Freude geschenkt und uns Trost. Papa hat sich bsi zum letzten Tag immer gefreut, wenn wir mit allen Hunden bei ihm aufgetaucht sind: seine schönen Hunde !!

Ruppert hat auf mich aufgepasst: einmal hat Micha versucht, sich abends leise in seine Wohnung zu schleichen: Ruppert hat ihn so dermaßen angeknurrt, dass Micha das nie wieder getan hat. Mit Rupi habe ich mich auch getraut durch den dunkelsten Wald, die  miesesten Ecken zu gehen: wir waren unschlagbar, unangreifbar.

Dann wurde mein Öpchen langsamer, die Pfoten wollten nicht mehr und die Energie wurde weniger. Das Powerpaket wurde handzahm, konnte aber immer noch aufdrehen, wenn er es für nötig hielt: z.B. bei unserer Hundefriseurin hat er 1 Stunde lang versucht uns beide zu fressen. Als er fertig war, schüttelte er sich den Stress ab und verlangte artig nach einem Leckerchen 🙂
Das Treppen steigen wurde zur Last und so trugen wir ihn die Treppen erst nur runter – rauf ging mit Hilfe noch – und dann in beide Richtungen. Er genoss es, bei uns im Bach zu stehen, uns beim Arbeiten, Schmitti beim Spielen zu zuschauen, zwischendurch seine Streicheleinheiten zu bekommen und dann wieder rein, auf sein Deckchen zu schleichen, um gemütlich einzuschlafen und selig zu schnarchen – ich vermisse das Schnarchen ganz dolle, es fehlt neben meinem Bett…

Das Fressen klappte auch nicht mehr so gut: Katzenfutter wurde immer bevorzugt, was dazu führte, dass Ruppert mehr die Katzenpötte leer macht und sein Essen in Schmitt verschwand, der nun dringend abnehmen muss 😉 So haben wir immer einen Klecks Katzenfutter auf sein Fleisch gepackt und ich habe ihn Häppchenweise gefüttert. Ich glaube, Rupi hat das Gefüttert werden genossen.

Gassi machen klappte bis zum letzten Tag einigermaßen. Rupi lief zwar ein wenig aus, meldete sich aber bis zum letzten Tag, wenn große Geschäfte anstanden und er gaaaanz dringend Pippi musste. Durch die Sp0ndylose lief er zum Schluss mehr aus, aber das haben wir mit eine schicken Rüden-Windel in den Griff bekommen – außerdem habe wir eine Waschmaschine.

Und dann kam der 31.08.: ich war schon lange nicht mehr so verzweifelt: was tun? Micha schlug vor zum TA zu fahren und eine externe Meinung einzuhören und dann ggf. den TA abends kommen zu lassen, um Ruppert dann gehen zu lassen. Diese Vorstellung erzeugte bei mir Gänsehaut: erst hin, dann wieder zurück und ihn noch bis abends leiden zu lassen, wollte ich auf keinen Fall. So entschlossen wir uns ganz schweren Herzens, Ruppert die Chance zu geben, selber einzuschlafen: wir trugen ihn auf sein Deckchen und ließen ihn schlafen; ich bin ein paar Stunden in die Firma gefahren, konnte mich so du so nicht konzentrieren und war mittags wieder zu Hause:

Rupi war ein Stück von seinem Deckchen gekrabbelt und atmete schon flach, aber sehr gleichmäßig. Ich ahbe kurz die anderen Jungs gelüftet und habe mich dann auf eine Decke neben Rupi gelegt, habe ihm noch ein wenig Wasser ins Maul und auf die Nase geträufelt, habe ihn gestreichelt und gekrault und habe heulend ihm viele Sachen erzählt. Jack kam zu mir uns rollte sich bei mir ein, roch an Rupi und blieb artig liegen, Schmitti kam und legte sich als Aufpasser in die Tür zwischen Esszimmer und Küche…

Und so lagen wir 4 auf dem Boden und ich erzählte Rupi aus unseren gemeinsamen Erinnerungen. Zwischendurch zuckte Rupi, wie im Traum mit seinen Pfoten, streckte mehrmals den Kopf nach hinten und atmete ruhig weiter, wurde aber immer langsamer. Seine schönen Augen zuckten und verdrehten sich, seine Vorderpfoten schlugen mehrmals nach hinten aus…

Dann fingen unsere kleinen Border an zu spielen und ich wusste, dass Rupi gegangen war: mein Herzhund ist über die Regenbogenbrücke gelaufen und ist nun wieder schmerzfrei jung und spielt mit seinen Hundekumpels, die schon alle vorgelaufen sind.

Mein geliebter Ruppert:  ich sage D A N K E
… für 14(!) Jahre Vertrauen und Freundschaft
… dass du damals in mein Leben getreten bist und mich gerettet hast
… dass ich dich retten durfte
… dass du in vielen Dingen meinen Horizont erweitert hast
… dass ich durch dich so viele tolle Menschen und Hunde kennengelernt habe

… und DANKE, dass du am 31.07.2018 auf mich gewartet hast, damit ich deine Pfote halten konnte, wie versprochen, bis zum letzten Atemzug, mein Freund!

Freud und Leid…

… liegen wirklich sehr nahe beieinander…

Gestern hatten wir ja 3. Hochzeitstag und sind abends zu Giovanni gegangen, lecker italienisch essen; es war wie ein Urlaubstag, einfach wunderschön.

Wieder zu Hause sind wir nochmal mit den Hundejungs rausgegangen:
die Kleenen hatten Spaß,
Rupi lief nur linksherum im Kreis – er konnte nicht mehr gerade laufen

Erster Gedanke war, dass er sich wieder versprungen hat, denn der alte Herr neigt dazu mehrere Treppenstufen auf einmal zu nehmen. Ich habe ihn massiert und versucht alle Pfoten einmal durchzubewegen, was leider nur mit Schwierigkeiten ging, denn sie warten alle sehr steif und ließen sich nicht beugen; das gab mir echt zu denken.

Also habe ich bei meinem Tierarzt angerufen, der aber schon auf Notdienst ausser Haus war. Dann hat Micha seinen Tierarzt angerufen, der auch schon abends in Dabringhausen unterwegs war. Der hat uns dann die Nummer einer Leverkusener Tierklinik gegeben, wo Micha auch direkt anrief: wir sollen kommen.

Rupi und ich nahmen auf der Rückbank meines Autos Platz und der arme Micha fuhr uns schnellstmöglich nach Leverkusen. In der Tierklinik angekommen, hob ich Rupi – ohne Maulkorb und ohne Geknurre – aus dem Auto und trug ihn rein. Micha wollte mir helfen, aber es gibt dinge, die muss ich selber machen… Wir mussten noch ein wenig warten und so behielt ich Rupi auf meinem Schoß, was ihm wohl gut tat.

Der Doktor nahm sich sehr viel Zeit. Er machte einige Untersuchungen und tippte dann auf einen Schlaganfall. Dann erklärte er uns Behandlungsmethoden, u.a. Tropf; dafür hätte Rupi aber in der Tierklinik bleiben müssen und das würde nur gehen, wenn die ein Bett für mich neben den Tropf stellen…

Da der Allgemeinzustand von meinem alten Herrn „einigermaßen“ war, einigten wir uns mit dem Doc auf Schmerz- und Kortisonspritze und Vorstellung mit Arztbericht beim meinem Tierarzt.

Ein wenig erleichtert und völlig fertig sind wir dann mit Rupi wieder heim gefahren, wo sich die Kleenen  ganz dolle freuten, den Opi wieder zu haben.

Nach einem kurzen Gassi verfrachteten wir Jack in den Kennel, Schmitti auf seinem Deckchen und Rupi auf einer großen Hundedecke, auf der er völlig zusammengerollt lag. Als Micha und ich endlich fix und fertig ins Bett fielen, muffte Rupi rum, dass er viiiiiel zu weit weg von mir läge und so holte ich Rupi an seinen angestammten Platz, neben meinem Bett. Ich legte ihn auf die Seite und „bog“ ihn platt auf die Decke. Dann machte mein Opi einen gaaaanz tiefen Seufzer und schlief selig ein.

Ich konnte noch einige Zeit nicht schlafen:
ja, er ist alt
ja, er geht auf die 18 zu
ja, er hat Arthrose und Spondylose und sonst was

ABER: er WILL noch

Und so lange mein Opi will, trage ich ihn bis ans Ende der Welt

3.Hochzeittag

Heute feiern Micha und ich unseren 3.Hochzeitstag:

Kaffee ans Bett und ein Sonnenblümchen – ich liebe dich, mein Herz!

Und dann ging es noch weiter:

3 Sonnenblumen für 3 Jahre voller Sonnenschein – ok gab auch mal Wolken und Gewitter…

Wie viel Sonnenblumen gibt es dann wohl zur goldenen Hochzeit?
Hoffentlich ein ganzes Feld voller Sonnenblumen 🙂

Ein Ära geht zu Ende…

… ich habe mich von meinem Windows Phone getrennt

und habe mir – unglaublicherweise – ein iPhone 6 zugelegt: leider werden einige (wichtige) Apps nicht für Windows weiterentwickelt.

Dat Ding war kurz davor aus dem Fenster geschmissen zu werden; intuitiv – jaja…

Und die Tonnen an Werbung, die einem zugestellt werden, sind ein Unding.

Das hat es auf meinem kleinen Nokia 930 nicht gegeben: Windows halt

Schade, dass Microsoft den Mobilmarkt nicht mehr unterstützt; nun muss ich mich mit OBST beschäftigen – Prost Mahlzeit – mein Umfeld hat schon unter dem Gemecker und Geschimpfe bei der Einrichtung gelitten; gut, dass alle Fenster zu waren…

Nun läuft er… der Apfel!!!

Danke Andrea

Rupi war so schlecht zurecht: er entlastete sein doofes rechtes vorderes Arthrosebein so sehr, dass er einen Linksdrall bekam. Das was er machte, war kaum als ‚Laufen‘ zu bezeichnen.

Meine Freundin und Kollegin Andrea ist Tierheilpraktikerin und fragte mich gestern, ob sie einmal vorbei kommen solle, um ihm Traumeel zu spritzen, denn die Tabletten würden nicht so gut wirken. Ich sagte mit Freude zu, denn sie brachte auch ihre beiden Terroristen mit, so dass Schmitti jemanden zum Toben bekam. Wir ließen Rupi zu Hause und drehten erst einmal eine wunderschöne Wefelpütt-Runde, auf der Herb und Schmitti Vollgas gaben, der arme Spike daneben stand und es doof fand, dass Herb mit Schmitti Spaß hatte.

Als wir wieder zu Hause ankamen wurde es spannend. Andrea wollte Rupi auf dem Boden verarzten, aber ich mag Andrea und so packe ich erst den ‚Schnauzenschoner‘ auf den Hund und dann den Hund auf unseren Esstisch; da lag eine Decke drauf, keine Sorge… Andrea fing mit einer Laser-Akkupunktur an, die rupi verhältnismäßig ruhig über sich ergehen ließ. Zum guten Schluß bekam er noch 2 mal Traumeel gespritzt: einmal in seine Hinterhand und einmal an seine rechte Vorderpfote.

Und heute ging es ihm wirklich besser:

D A N K E, du hast lebenslang Hundetraining frei

 

 

Meine Tage werden dunkler…

… denn meinem Rupi-Bären geht es nicht gut. Gestern waren wir beim Tierarzt, der ihm Schmerzmittel gab und bei der Untersuchung feststellt, „dass da wohl was wächst, was da nicht hingehört: Leber oder Milz.“

Einige Menschen werden mich nicht verstehen und sagen „Der ist doch uralt“ aber das macht die Situation auch nicht besser.

Seit 14 – fast 15 – Jahren kenne ich den kleinen Rabauken. Ich war Gassigängerin im Tierheim Velbert und im November 2003 saß plötzlich ein schwarzes aufgeregtes lautes Hundetier namens Ruppert in einem der Zwinger. Große Schilder warnten die Besucher davor, die Finger durch das Gitter zu stecken: er beißt. Abgabegrund war, dass Ruppert seinem Frauchen, die mit ihm spielte und unter ihm lag, ins Gesicht gebissen hat. Genau an diesem Tage habe ich beschlossen: der kommt zu mir!!!!

Damals hat Oli noch gesagt „Können wir nicht was einfacheres nehmen?“ Standardantwort : NEIN, genau der! Was hat dieser Hund das Tierheim aufgemischt: der Wachdackel hat alles kommentiert, alles im Auge behalten. Wegen ihm, mussten die Hunde durch die Zwinger rausgebracht werden, denn sobald ein Hund durch den Mittelgang rausgeführt wurde, gab es bei Rupi kein Halten mehr; manchmal ist es gut, dass mensch kein hundisch versteht, denn das hört sich nicht nett an und Rupi konnte immer schon gut rumfletschen 😉 Nach Regenspaziergängen traute sich keiner, den Hund abzutrocknen: mir wurde das Handtuch übergeben „Machen sie das ruhig, wenn sie sich trauen“, Zecken wurden nicht gezogen „an den schwarzen Teufel geht hier keiner dran“. Die Schwing-Klappe, die vor dem Auslauf seines Zwingers hing, war feinsäuberlich abgeknabbert, nütze also gar nichts mehr gegen Wind und Wetter: hat der kleine Drecksack selber gemacht, der kleine Innenarchitekt. Das was sich schon auf den Spaziergängen zeigte, dass er der Buddelkönig ist: mit buddeln konnte man ihn von allem ablenken, sogar von doofen Artgenossen, die er eigentlich immer fressen wollte.

Als Oli dann gestorben ist, habe ich gekämpft, um diesen Hund, der schon MEIN Tierheimhund geworden war, zu mir zu holen. Das Tierheim wollte ihn nicht rausrücken: „Sie wissen doch, wie der ist. Kommen sie ruhig jeden Tag vorbei, aber wir vermitteln ihn nicht.“ Am 17.06.2004 habe ich ihn abgeholt. Das dumme Gesicht dieses Hundes werde ich NIR vergessen, nach dem Motto: „Was machst du denn schon hier? Wir haben Vormittag und du bist erst am Nachmittag dran.“ Köstlich!

Eigentlich sollte dieser Hund geimpft zu mir kommen, stand auch im Pass „Ähm, sie müssen dann aber nochmal kommen, denn er ist NICHT geimpft“ … Staun, stutz …. „die Tierärztin war da, hat sich aber nicht getraut. Wir geben ihnen Beruhigungsmittel mit und dann geben sie ihm  diese Dosis und dann kommen sie, wir packen ihn in den Zwinger, geben die Leine durch die Gitterstäbe raus und halten ihn dann an den Gitterstäben fest und die Ärztin kann ihn dann von aussen impfen“ Hä? Was geht denn hier ab? Das Tierheim hatte die Dosis so hoch angesetzt, das Rupi an diesem  Tag selig hinten im Polo auf der Rücksitzbank schlief. Als die Tierärztin an uns vorbei ins Tierheim wollte, sprach ich sie an und sie impfte ihn direkt im Auto: Drive-In-Impfung – von uns erfunden 🙂

Und dann begannen unsere vielen gemeinsamen Jahre: aber es war zu Anfang echt nicht leicht mit dem Kerl.

Wie oft, hat er versucht mich zu fressen und zum Schluß – als er noch konnte – hat er es geliebt, mit mir zusammen im Bett oder auf dem Sofa zu kuscheln, mein Körpernähe war ihm immer wichtig und sein mir auch. Einmal ging morgens im Dunklen der Wecker, er reckte und streckte sich auf dem Bett und hat sich wohl weh getan, was für ihn immer den Effekt hatte „der Mensch war’s“ Also stand Rupi Zähne fletschend über mir und wollte mich mal wieder fressen, aber im Laufe der Zeit habe ich mir einen „Backengriff“ angewöhnt, mit dem der Kopf des Hundes gesichert ist und man sich dann unter dem Hund rauswurschteln konnte (was war ich da noch gelenkig) Das tolle an Rupi ist, dass er auch in seinen Austickphasen IMMER ansprechbar war du so konnten wir beide uns immer runterholen, Luft holen und uns wieder vertragen.

Die ersten Spaziergänge in der Mählerbeck waren eine Katastrophe; ich glaube ich war die meistgehaßte Frau mit dem furchtbaren schwarzen Monster. Es war schon normal, Rupi immer auf 2 Pfoten stehend, laut rumgeifernd an anderen Hunden vorbeizuführen. Besonders Renate mit Rasmus und Toni und Moni mit Rakete und Raudi bekamen bestimmt eine Krise nach der anderen, wenn wir ihnen entgegen kamen… An dieser Stelle gilt mein besonderer Dank Renate, die irgendwann die Faxen dicke hatte und bestimmt gesagt hat, dass wir ab jetzt zusammen Spazieren gehen. Wir sind dran geblieben und so wurden die Frauchen meine Freundinnen und die Hunde lagen alle zusammen unterm Tisch, wenn wir Kaffee getrunken haben. IM Laufe der Zeit bekam Rupi immer mehr Hundekumpels und ich immer mehr Freunde – DANKE, mein dicker Bär!

Über die Unarten meines Rupis wurde ich immer mehr sensibilisiert und wollte verstehen, warum mein Hund so ist, wie er ist und so begann ich einen Ausbildung zur Hundetrainerin: spannendes Thema. Während der Ausbildung wurden Rupi und ich (und Janina mit Sara) immer als Beispiel für alles Negative genommen, was mir irgendwann voll auf den Senkel ging und ich mich anfing zu wehren und VOR Rupi zu stellen du als der Ausbilder Ruppert provozieren wollte, Rupi sich umdrehte und zu mir kam und der Ausbilder dann noch dieses Verhalten als etwas blödes darstellen wollte, hatte er mich verbal am Hals du ich erzählte ihm mal, was ich von seinem blöden unqualifizierten Geschwätz hielt: NICHTS, denn der Hund hätte sich für mich entschieden und damit genau das gemacht, was wir in dieser Ausbildung als ziel beigebracht bekämen… Daraufhin bin ich bei der ersten Abschlussprüfung durchgefallen 😉 (hab’s trotzdem geschafft!!!!)

Ich könnte hier jetzt noch Seitenweise weiterschreiben, denn wir haben soviel zusammen erlebt und erleben immer noch, denn  wir haben alles zusammen gemacht/ wir machen alles zusammen: Urlaub, Partys, Wandern, auf der Balkonliege abhängen, Freunde besuchen gehen..

Wir haben uns versprochen, einer für den andern da zu sein und das haben wir bis jetzt auch so gelebt und das wir auch bis zur letzten Sekunde so sein, denn wir sind das DREAMTEAM

Und es wird jede Sekunde genossen, bis es soweit ist

 

Onkel Heinz ist gestorben

Onkel Heinz auf seinem 90. Geburtstag

11.10.1925 – 27.01.2018

92 Jahre alt, der Bruder meines Opas Glückman

Wir wollten eigentlich Ende letzten Jahres ein Familientreffen machen und wir hätten uns alle auf Onkel Heinz gefreut.

Nun machen wir das Treffen leider ohne ihn, werden uns aber alle mit Freude und Liebe an diesen „alten“ Herrn erinnern:

Der Tod kann uns liebe Menschen nehmen,
aber nicht die Liebe und Erinnerung an ihn