Am 31.07.2018 hat mein Rupi-Bär uns verlassen

und ist über die Regenbogenbrücke gelaufen…

Die Hitze hat dem alten Hund immens zugesetzt, aber er ist immer noch gutgelaunt mitge-„laufen“. Die Arthrose und die Spondylose haben dafür gesorgt, dass die Pfoten auch nicht mehr so funktionierten, wie der Opi und wir es uns gewünscht haben: manchmal, wenn die Hinterpfoten die Vorderpfoten überholt haben, haben wir einen kurzen Stopp gemacht, Rupi hat sich gesammelt und dann ging es langsam weiter.

Selbst am Montag ist er auf unserer Bachrunde noch mitgelaufen… Hauptsache dabei … und am Besten mittendrin … das war ihm immer wichtig.

Am Dienstag morgen ging es ihm sehr schlecht und ich wusste wirklich nicht mehr weiter: heulend stand ich auf der Straße und flehte Micha an, mir zu sagen, was ich machen soll. Das war wirklich das erste mal, dass Ruppert sich – nachdem er seine Geschäfte mit Hilfe von uns erledigt hatte – auf die Straße legte und der Gesichtsausdruck sagte:
es langt – ich kann nicht mehr

Viele Menschen werden jetzt sagen, der war doch schon alt, die Entscheidung muss doch – im Sinne des Hundes – leicht fallen… NEIN – dem ist nicht so. Alle Argumente, die der Kopf treffen wollte, wurden durch mein Herz außer Kraft gesetzt: dieser Hund bedeutet mir so viel, dass kann kein Mensch nachvollziehen. Ruppert hat mir das Leben gerettet – ohne ihn würde ich seit 14 Jahren die Adresse Friedhof haben. Andersherum habe ich ihm auch das Leben gerettet, denn das schwarze Monster wäre zum Wanderpokal geworden: er hätte solange zugebissen, bis er eingeschläfert worden wäre.

Wir haben uns damals gesucht und gefunden: an dem Tag, als dieser Hund ins Tierheim Velbert kam, habe ich schon gesagt: „Der ist es. Der kommt zu mir!“ und das habe ich auch durchgezogen. Oli sagte: „Können wir nicht was Einfacheres nehmen?“ Aber ich hielt an der schwarzen Bestie fest. Ich war Gassi-Gänger im Tierheim und lernte Ruppert seht gut kennen, mit allen seinen Macken – und er hatte einige. Das Tierheimpersonal traute sich an ihn gar nicht ran: abtrocknen und Zecken zeihen überließen sie mir. Geimpft wurde er durch die Gitterstäbe seines Zwingers, in dem man ihn an die Leine nahm, die Leine wurde durch die Gitterstäbe gezogen und Ruppert wurde mit der Leine an die Gitter gezerrt, wo er von der Tierärztin die spritze erhielt… Ja, der Kleene war schon ein lustiger Zeitgenosse 😉

Dann starb Oli und ich zog in eine Hunde-kompatible Wohnung, direkt um die Ecke meiner Arbeit: der Weg war frei für Rupi…

Als ich im Tierheim vorsprach, bekam ich zu hören, dass sie mir den Hund nicht geben wollten: „Sie wissen doch, wie der ist. Kommen sie ruhig jeden Tag hierhin du gehen mit ihm Gassi, aber sie bekommen ihn nicht“ …
Da stehste erst einmal da und bist baff, aber ich bin ja nicht auf den Mund gefallen und sagte ihnen, dass ich den Hund dann klauen würde, da ihn ja sonst keiner haben will; das wirkte…

So kam eine Vorbesichtigung und am 17.06.2004 habe ich Rupi zu mir geholt!!

Unsere Beziehung stand zwischendurch immer mal wieder auf Messers Schneide: wie oft wollte dieser Hund mich fressen – und ich ihn umbringen; besonders als Ruppert ganz im Anfang, nach Jonas geschnappt hat: Jonas wollte im Tschüß sagen, beugte sich über ihn, um ihn zu umarmen und da hat Ruppert aus Panik zugebissen… ich bin gestorben: worst case ever… :
danke an meine Engländer, dass ihr uns noch eine Chance gegeben habt und das Jonas ihm verziehen hat.

Wir haben beide voneinander gelernt und vor allem haben wir gelernt, einander zu vertrauen, oder ein Management aufzubauen, welches und beiden geholfen hat, normal miteinander umzugehen: der Maulkorb war unser ständiger Begleiter – bis ins sehr hohe Alter. Er ist in letzten Wochen hat er es ertragen, Hilfe anzunehmen und sich ohne Mauli tragen zu lassen, selbst von Micha.

Urlaub machten wir nur noch da, wo wir beide willkommen waren, Freunde, die Ruppert nicht mochten, mochte ich dann auch nicht mehr, Restaurants mit Hunde-Verbot bekamen mein Geld (und das Geld meiner Familie) nicht. Mein Tagesablauf richtete sich nach der Hundeuhr und ich wurde fit, denn was haben wir Kilometer gemacht, mein Herzhund. Sämtliche Wanderführer aus dem bergischen Land wurden gekauft und abgewandert, immer wieder neue Eindrücke für Hund und Frauchen. Wie viele Kilometer ist er in Rhein und Ruhr hinter seinem Igel hergeschwommen, hat seinen Igel aus reißenden Gewässern gerettet (und auch Spielzeug von anderen Hunden). Wie oft hat er mir geholfen, anderen Hunden zu helfen, in dem er als Therapiehund gearbeitet hat – auf den Punkt genau wusste er, was zu tun ist. Wie oft waren wir in Großbritannien unterwegs und hatten lustige Begegnungen mit Zöllnern, die ein wenig Angst vor dir hatten „Is it a nice dog?“ „Sometimes!“ und so lernte ich deinen Chip auszulesen, weil sich keiner an dich ran traute 🙂

Was haben wir für liebe Menschen und Hunde auf unseren Wegen kennengelernt, die immer noch zu meinen und seinen besten Freunden gehören/gehörten.

Ruppert war in schönen und schlechten Tagen an meiner Seite – IMMER (wenn es möglich war)

Er hat mir über Olis Tod und die schlimme Zeit danach geholfen, er war da als Martin im sterben lag – dieser Hund hat es fertig gebracht auf dem Friedhof auf die Wiese zu laufen, wo Martin beerdigt worden ist, und sich genau auf der Stelle zu wälzen, wo Martin liegt, jedes mal. Er war an meiner Seite, als ich Micha geheiratet habe – sogar mit Schlips. Er (und Connor) haben meiner Mama  und vielen anderen alten Menschen im St.Hildegardis-Heim Freude geschenkt und uns Trost. Papa hat sich bsi zum letzten Tag immer gefreut, wenn wir mit allen Hunden bei ihm aufgetaucht sind: seine schönen Hunde !!

Ruppert hat auf mich aufgepasst: einmal hat Micha versucht, sich abends leise in seine Wohnung zu schleichen: Ruppert hat ihn so dermaßen angeknurrt, dass Micha das nie wieder getan hat. Mit Rupi habe ich mich auch getraut durch den dunkelsten Wald, die  miesesten Ecken zu gehen: wir waren unschlagbar, unangreifbar.

Dann wurde mein Öpchen langsamer, die Pfoten wollten nicht mehr und die Energie wurde weniger. Das Powerpaket wurde handzahm, konnte aber immer noch aufdrehen, wenn er es für nötig hielt: z.B. bei unserer Hundefriseurin hat er 1 Stunde lang versucht uns beide zu fressen. Als er fertig war, schüttelte er sich den Stress ab und verlangte artig nach einem Leckerchen 🙂
Das Treppen steigen wurde zur Last und so trugen wir ihn die Treppen erst nur runter – rauf ging mit Hilfe noch – und dann in beide Richtungen. Er genoss es, bei uns im Bach zu stehen, uns beim Arbeiten, Schmitti beim Spielen zu zuschauen, zwischendurch seine Streicheleinheiten zu bekommen und dann wieder rein, auf sein Deckchen zu schleichen, um gemütlich einzuschlafen und selig zu schnarchen – ich vermisse das Schnarchen ganz dolle, es fehlt neben meinem Bett…

Das Fressen klappte auch nicht mehr so gut: Katzenfutter wurde immer bevorzugt, was dazu führte, dass Ruppert mehr die Katzenpötte leer macht und sein Essen in Schmitt verschwand, der nun dringend abnehmen muss 😉 So haben wir immer einen Klecks Katzenfutter auf sein Fleisch gepackt und ich habe ihn Häppchenweise gefüttert. Ich glaube, Rupi hat das Gefüttert werden genossen.

Gassi machen klappte bis zum letzten Tag einigermaßen. Rupi lief zwar ein wenig aus, meldete sich aber bis zum letzten Tag, wenn große Geschäfte anstanden und er gaaaanz dringend Pippi musste. Durch die Sp0ndylose lief er zum Schluss mehr aus, aber das haben wir mit eine schicken Rüden-Windel in den Griff bekommen – außerdem habe wir eine Waschmaschine.

Und dann kam der 31.08.: ich war schon lange nicht mehr so verzweifelt: was tun? Micha schlug vor zum TA zu fahren und eine externe Meinung einzuhören und dann ggf. den TA abends kommen zu lassen, um Ruppert dann gehen zu lassen. Diese Vorstellung erzeugte bei mir Gänsehaut: erst hin, dann wieder zurück und ihn noch bis abends leiden zu lassen, wollte ich auf keinen Fall. So entschlossen wir uns ganz schweren Herzens, Ruppert die Chance zu geben, selber einzuschlafen: wir trugen ihn auf sein Deckchen und ließen ihn schlafen; ich bin ein paar Stunden in die Firma gefahren, konnte mich so du so nicht konzentrieren und war mittags wieder zu Hause:

Rupi war ein Stück von seinem Deckchen gekrabbelt und atmete schon flach, aber sehr gleichmäßig. Ich ahbe kurz die anderen Jungs gelüftet und habe mich dann auf eine Decke neben Rupi gelegt, habe ihm noch ein wenig Wasser ins Maul und auf die Nase geträufelt, habe ihn gestreichelt und gekrault und habe heulend ihm viele Sachen erzählt. Jack kam zu mir uns rollte sich bei mir ein, roch an Rupi und blieb artig liegen, Schmitti kam und legte sich als Aufpasser in die Tür zwischen Esszimmer und Küche…

Und so lagen wir 4 auf dem Boden und ich erzählte Rupi aus unseren gemeinsamen Erinnerungen. Zwischendurch zuckte Rupi, wie im Traum mit seinen Pfoten, streckte mehrmals den Kopf nach hinten und atmete ruhig weiter, wurde aber immer langsamer. Seine schönen Augen zuckten und verdrehten sich, seine Vorderpfoten schlugen mehrmals nach hinten aus…

Dann fingen unsere kleinen Border an zu spielen und ich wusste, dass Rupi gegangen war: mein Herzhund ist über die Regenbogenbrücke gelaufen und ist nun wieder schmerzfrei jung und spielt mit seinen Hundekumpels, die schon alle vorgelaufen sind.

Mein geliebter Ruppert:  ich sage D A N K E
… für 14(!) Jahre Vertrauen und Freundschaft
… dass du damals in mein Leben getreten bist und mich gerettet hast
… dass ich dich retten durfte
… dass du in vielen Dingen meinen Horizont erweitert hast
… dass ich durch dich so viele tolle Menschen und Hunde kennengelernt habe

… und DANKE, dass du am 31.07.2018 auf mich gewartet hast, damit ich deine Pfote halten konnte, wie versprochen, bis zum letzten Atemzug, mein Freund!

Freud und Leid…

… liegen wirklich sehr nahe beieinander…

Gestern hatten wir ja 3. Hochzeitstag und sind abends zu Giovanni gegangen, lecker italienisch essen; es war wie ein Urlaubstag, einfach wunderschön.

Wieder zu Hause sind wir nochmal mit den Hundejungs rausgegangen:
die Kleenen hatten Spaß,
Rupi lief nur linksherum im Kreis – er konnte nicht mehr gerade laufen

Erster Gedanke war, dass er sich wieder versprungen hat, denn der alte Herr neigt dazu mehrere Treppenstufen auf einmal zu nehmen. Ich habe ihn massiert und versucht alle Pfoten einmal durchzubewegen, was leider nur mit Schwierigkeiten ging, denn sie warten alle sehr steif und ließen sich nicht beugen; das gab mir echt zu denken.

Also habe ich bei meinem Tierarzt angerufen, der aber schon auf Notdienst ausser Haus war. Dann hat Micha seinen Tierarzt angerufen, der auch schon abends in Dabringhausen unterwegs war. Der hat uns dann die Nummer einer Leverkusener Tierklinik gegeben, wo Micha auch direkt anrief: wir sollen kommen.

Rupi und ich nahmen auf der Rückbank meines Autos Platz und der arme Micha fuhr uns schnellstmöglich nach Leverkusen. In der Tierklinik angekommen, hob ich Rupi – ohne Maulkorb und ohne Geknurre – aus dem Auto und trug ihn rein. Micha wollte mir helfen, aber es gibt dinge, die muss ich selber machen… Wir mussten noch ein wenig warten und so behielt ich Rupi auf meinem Schoß, was ihm wohl gut tat.

Der Doktor nahm sich sehr viel Zeit. Er machte einige Untersuchungen und tippte dann auf einen Schlaganfall. Dann erklärte er uns Behandlungsmethoden, u.a. Tropf; dafür hätte Rupi aber in der Tierklinik bleiben müssen und das würde nur gehen, wenn die ein Bett für mich neben den Tropf stellen…

Da der Allgemeinzustand von meinem alten Herrn „einigermaßen“ war, einigten wir uns mit dem Doc auf Schmerz- und Kortisonspritze und Vorstellung mit Arztbericht beim meinem Tierarzt.

Ein wenig erleichtert und völlig fertig sind wir dann mit Rupi wieder heim gefahren, wo sich die Kleenen  ganz dolle freuten, den Opi wieder zu haben.

Nach einem kurzen Gassi verfrachteten wir Jack in den Kennel, Schmitti auf seinem Deckchen und Rupi auf einer großen Hundedecke, auf der er völlig zusammengerollt lag. Als Micha und ich endlich fix und fertig ins Bett fielen, muffte Rupi rum, dass er viiiiiel zu weit weg von mir läge und so holte ich Rupi an seinen angestammten Platz, neben meinem Bett. Ich legte ihn auf die Seite und „bog“ ihn platt auf die Decke. Dann machte mein Opi einen gaaaanz tiefen Seufzer und schlief selig ein.

Ich konnte noch einige Zeit nicht schlafen:
ja, er ist alt
ja, er geht auf die 18 zu
ja, er hat Arthrose und Spondylose und sonst was

ABER: er WILL noch

Und so lange mein Opi will, trage ich ihn bis ans Ende der Welt

Ein Hundeleben bei uns ist schön und „naja“

Zuerst das SCHÖNE: toben, spielen, Spaß haben 🙂

Und dann das „naja“: Tierarzt

Der Doc hatte nicht so tolle Neuigkeiten: die Viecher sind immer noch da und so muss der Kleene weiter Tabletten schlucken. Dafür gab es aber Lob: 2 kg zugenommen und zum Schluss gab es Leckerchen 🙂

 

Soooo viele Hunde :-)

Was gibt es Schöneres, als an einem sonnigen Tag im schattigen Garten zu sitzen du zu grillen und chillen? Mit Freunden zusammen zu grillen und zu chillen. Wir waren eingeladen und so packten wir das Auto mit Hunden, Einmachgläsern, Würstchen und Kartoffelsalat voll und fuhren gen Herdecke.

Dort haben wir mit Sabine, Frank, Gabi, Vince und 7 Hunden einen lustigen, entspannten Tag verbracht und durften uns noch durch Sabines Schafsmilch-Kreationen probieren: mmmmhhh, lecker.

Währenddessen haben die Hundekinder miteinander gespielt und unsere Hundejungs sind echte Charmeure: Diesel wollte unbedingt, dass Jack der Vater ihrer Welpen wird und Jacki wusste nicht, wenn sie toller finden sollte: Schmitti oder Jack…

„Nach gutem Essen soll man ruh’n oder 100m Schritte tun… !“
Mit dickem Bauch sind wir dann noch kurz Schafe schubsen gegangen und auch Jack durfte – unter Aufsicht von Diesel und Schmitti – noch kurz an die Mähs: ein schnelles Kerlchen

Danke für den schönen Tag

 

 

Clinic bei Dana in Halver

Simone und Jeroen waren bei Claudia  und Jürgen zu Besuch und das wurde direkt ausgenutzt, um ein Hüteseminar abzuhalten. Also haben wir uns bei Dana – in brütender Wärme  – getroffen, um ein wenig Schafe zu schubsen.

Schmitti und ich bekamen von Simone gute Trainingseinheiten gestellt und erklärt, an und mit denen wir in nächster Zeit viel arbeiten können.

Mein persönliches Highlight war, dass Simone und Jeroen Jack hüten ließen und mir dann ans Herz legten, den guten Hund nicht zu „versauen“:

ich schwöre es 🙂

Danke Simone und Jeroen fürs Training, danke Dana für die Schafe

Jack – Kurzurlaub GB Juni 2018

wer uns kennt, weiß, dass wir einen an der Waffel haben und dass wir machmal schräge Sachen machen (ich höre einige schallend lachen: manchmal…).

Aber fangen wir am Anfang an:

da Rupi nun mal das biblische Alter von 17 überschritten hat, haben wir schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen neuen Wegbegleiter für uns und Schmitti ein neues Zuhause zu geben. Angebote gibt es viele, aber es muss eben passen. Ein paar Einschränkungen gab es:

  • es muss ein Bub sein
  • er darf kein Welpe mehr sein
  • er muss sich mit unseren „Alten“ verstehen
  • wäre schön, wenn er ein „Hüterli“ wäre
  • und es muss Liebe auf den allerersten Blick sein

Reicht ja schon, oder?

Und dann kam Franks Nachricht: „Guckt doch mal“ und wir haben geschaut und konnten uns dem Blick aus den wunderschönen blauen Augen nicht entziehen: „Jo, der ist es“… und dann erst haben wir geschaut, wo er sitzt:

bei Nadine in Nordirland

Herzlichen Glückwunsch, aber da war es schon zu spät.

Nächste Frage: wie kommt der Kerl zu uns? Wir hofften auf Lieferung, aber das klappte leider hinten und vorne nicht oder erst im September und das ist ja doch noch eine Weile hin… Also überlegten wir hin und her, machten Wegvergleiche:

  • Eurotunnel und dann mit Auto ganz rauf und wieder zurück -> zu lange Autofahrt
  • Norfolk-Line und mit Auto rauf und wieder zurück -> zu lange Autofahrt
  • Fähre von Amsterdam nach Newcastle, dann nach Cairnryan, nach Newcastle und wieder nach Amsterdam -> zu teuer
  • Fähre von Rotterdam nach Hull, dann nach Cairnryan, einmal B&B, nach Hull und wieder nach Rotterdam-> zu teuer
  • Fähre von Zeebrügge nach Hull, dann nach Cairnryan, einmal B&B, nach Hull und wieder nach Zeebrügge -> geht (so gerade eben)

Dann haben wir mal für 2 Hunde vorgefühlt, denn Jacks Schwester Jill sollte auch mitkommen. Und dann kam noch Hope dazu: also 3 Hunde, also 3 Kennels auf der Fähre gebucht… Ok, ich musste schon ein wenig schlucken: vom Preis fahren Familien eine Woche in Urlaub, aber was tut man nicht alles, um am Ende des Kurzurlaubs Jack zu Hause zu haben.

Wir haben eine gebrauchte Doppelbox gekauft, eine Einzelbox haben wir ja noch und die kriegen wir auch alle wunderbar ins Auto, klappt also.

Freitag abend schneite dann eine weiter Nachricht rein: „Könntet ihr noch Lynn mitbringen?“ Oh – mein – Gott!!! Noch einer?

Aber wir haben ja ein gutes Herz und hätten uns auch über eine Mitfahrgelegenheit gefreut: bei P&O anrufen und nach einem weiteren Kennel fragen… Ein grosser war noch buchbar, also 4 Hunde im Auto

Un dann ging es los: wie sichern wir 4 Hunde im Auto? Die große Doppelbox UND ein grosser Kennel geht leider nicht, da der Landi nur die hintere Tür hat; wir haben echt Tetris gespielt, alles von links nach rechts und wieder zurück gewendet, aber es passte nicht… Der Weisheit letzter Schluß war die Doppelbox und 2 Anschnall-Möglichkeiten, alles gepolstert mit Mamas zerschnippelter Krankenhausmatratze 🙂 wat en Aufwand, aber irgendwann passte alles.

Also zogen unsere Jungs ins Hunde-Ferien-Paradies nach Herdecke: Sabine und Frank nahmen Ruppert und Schmitti am Donnerstag morgen liebevoll auf und nach einer Tasse Kaffee machten Micha und ich uns auf den Weg nach Cairnryan…

Einchecken in Zeebrügge um 16.30 Uhr, also los. Wir kamen echt gut durch und so erreichten wir Zeebrügge so gegen 15 Uhr- nachdem wir uns durch dieses Hafen-Wirrwarr durchgeschlöngelt haben – konnten sogar noch eine Tee trinken – und ein EIS essen, welches bestimmt die WW-Wochengesamtpunktzahl locker überschritten hat 😉

Hach, was ist das spannend im Hafen… Und erst das Onboarding – wir sahen zum ersten mal den Hundecontainer von außen unter Deck – und dann die Riesenkabine an Board… Alles gut, der Urlaub ist gut 😉 Auch gut, dass ich Abendessen und Frühstück mit gebucht habe – war echt lecker. Die Kabine war klein, aber mit allem ausgestattet, was man zum nächtigen braucht.

Am nächsten Morgen gegen 8.30 Uhr und machten uns dann auf den Weg zur irischen See, vorbei an den Yorkshire Dales und am Lake District, durch Gretna Green – was für ein Touristen-Nepp – ab in die Lowlands: Traum-Landschaften zogen an uns vorbei, wir konnten sie leider nicht so ganz genießen …

Micha ist super zügig durchgefahren – ich glaube, er vertraut meiner Fahrweise nicht – wir waren gegen 16 Uhr in Cairnryan: der Ort besteht aus 2 Anlegestellen, einmal P&O und einmal Stena, mehreren B&B und das wars.. Also fuhren wir, auf der Suche nach Srawberry-Baileys und einer Schlafmöglichkeit nach Stranraer: den Bailey haben wir nicht bekommen, aber dafür eine zauberhafte Schlafmöglichkeit: Kildonan geführt von einem zauberhaften älteren Ehepaar (sie 86, er 80) mit einem super leckeren selbstgemachten Frühstück nach Wunsch und Ausblick in die Bucht – man kann die Fähren ankommen und abfahren sehen: superschön.
Abends sind wir essen gegangen: Craignelder Hotel Sehr gut und reichlich.
Als wir „nach Hause“ kamen, haben wir uns noch mit unsren Gastgebern und einem Gast über den Brexit und natürlich Fussball unterhalten; interessant die andere Sicht kennenzulernen.
So lagen wir beiden schon so gegen 21 Uhr in unseren Betten, die nach Waschmittel dufteten, das Meeresrauschen  und den Seewind in den Ohren… Ich war nach 5 min. im Traumhimmel.

Der große Tag begann mit dem fantastischen Frühstück und der tollen Aussicht. Nach einer sehr herzlichen Verabschiedung fuhren wir nach Cairnryan zur Stena-Anlegestelle und bereiteten das Auto vor, den dann fuhr schon Nadine um 9.50Uhr von der Fähre runter…

Leider hatte sie nur sehr wenig Zeit, denn sie musste direkt wieder los, um zur nächsten Rückfähre nach Belfast einzuchecken – und ich glaube, der Abschied fiel ihr auch seeeehr schwer und so packten wir Jack & Jill in die doppelbox, in der sie erst einmal direkt den Kennel markierten und auch große Geschäfte machten – Michas Miene verriet nichts Gutes; Lynn und Hope kamen unten auf die Matratze und wurden dort gesichert…

Die armen Hundekinder… morgens noch Spaß und dann ins Auto, auf die Fähre, ins nächste Auto; dass das der Darm verrückt spielt, ist klar… Das Auto stank wie Hullepulle und Michas Laune sank gegen Minus-Unendlich…

Er war tapfer und mit Fenster auf Lüften gab er Gummi und so flogen wir durch die wunderschönen Landschaften zurück – komisch, die Rückfahrt kam mir viel kürzer vor…

Wir machten einen Zwischenstopp , um die Hundekinder zu lüften: im 2er Pack holten wir sie aus dem Auto raus und sahen, dass auch Lynn und Hope ihre Geschäfte im Auto erledigt hatten (was kommt mach Minus-Unendlich?) derweil ich die Hundekinder zum Pippi machen animierte, versuchte Micha das Schlimmste aus dem Auto zu kriegen. Gott sei Dank standen wir auf einem Bus-Endhaltestellen-Parkplatz MIT Toiletten und so konnten wir uns nachher ein wenig säubern 😉

Hundekinder wieder ins Auto und weiter ging es zum Hafen in Hull, wo wir uns in die lange Schlange der Wartenden einreihten. Am Zoll selber war es sehr lustig: eine Zollbeamtin schaute auf unsere Pässe und erzählte uns, dass sie als Kind beim Schüleraustausch in Wuppertal war, gewohnt hat sie in Remscheid – sie wusste noch Namen und vollständige Adresse der Gastfamilie – und erinnerte sich, dass sie mit der Gasttochter im Baum saßen und heimlich geraucht haben… Hinter uns die lange Schlange der Wartenden und wir halten ein Pläuschken – herrlich. Dann mussten wir die Warnblinklichter anmachen, um als Hundebesitzer erkannt zu werden, die in die Nähre der Schiffskennels geleitet wurden. Und dann wurde es schwer: wir brachten die Hundekinder paarweise in die Kennels, wo ich zwar 4 gebucht hatte – muss man pro Hund – wir aber nur 2 benutzen, da wir Lynn und Hope und Jack und Jill in jeweils einen Kennels steckten, ging gut von der Größe (mittel über 20 kg und sehr gross über 30 kg) Ich fand es schlimm sie da zu lassen … aber es geht halt nicht anders.

So bezogen wir völlig angenervt (voneinander, vom Geruch und der Situation) unsere Kajüte, stellten schnell unsere Sachen ab, fragten nach, wann wir nochmals die Hundekinder besuchen dürften und gingen dann erst einmal einen Kaffee trinken, um runter zu kommen.
Plötzlich fiel uns ein, dass heute ja unsere Fußballmannschaft wieder dran ist und die Chancen, dass sie rausfliegen gar nicht sooo schlecht stehen. Also sind wir in die Bar gegangen, haben uns Cider bestellt und haben uns dieses grottenschlechte Spiel angeschaut. Schon traurig, dass die so viel Knete für ihren Job bekommen und ihn nicht anständig ausführen…

Als dann das 1:0 für Schweden fiel, sind wir Essen gegangen. Als wir wiederkamen, stand es 1:1. Ich lästerte mit dem Eventmanager des Schiffs über die Graupentruppe ab, da begannen die Deutschen doch noch zu kämpfen.. Und als in der Verlängerung das 2:1 für Deutschland fiel, habe ich mich doch (ein wenig) gefreut… und mich gefragt, wo meine blutdruck-Tabletten sind 😉

Dann wollten wir nach den Hundekinder schauen und wurden direkt gefragt, welche Hunde denn unsere sind: die Border Collies – „Wir haben sie schon gesucht!“ (Wo verdammt nochmal waren meine Blutdrucktabletten?) Jack & Jill hatten ihre Box ein wenig verwüstet und so mussten wir ein wenig putzten – ich korrigiere – Micha putzte, ich beruhigte die Hundekinder im Auslauf, wo ich eine nette ältere englische Dame kennenlernen durfte, die mir erzählte, dass ihre Mama aus Berlin sei – und die uns nach „Eine gute Nacht“ auf deutsch wünschte. Wir sind dann noch kurz auf Deck, einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen und um uns zu lüften, denn ich denke, dass wir ein wenig streng rochen…

Nach dem ganzen Theater haben wir dann noch unsere Danke-Geschenke für unsere Tier-Nannys gekauft und sind dann in den Kojen verschwunden.

Am nächsten morgen sind wir früh aufgestanden und haben auf Deck aufs Frühstück gewartet. Dann ging alles ratzfatz: Bing bong, ab zum Auto, Klamotten einladen, Hundekinder paarweise holen und im Auto platzieren – der Geruch ist über Nacht nicht besser geworden – Kennels grob sauber machen und ab über den Zoll auf die Autobahn.

Nach ein paar Kilometern sind wir abgefahren und haben einen schönen Platz zum Laufen gefunden: alle Hundekinder wieder raus und laufen und Gassi machen. Das tat gut, den Hundekindern UND uns.

Wieder zurück auf die Autobahn und gen Wuppertal. Wir hatten nur einmal kurz Stau und so waren wir pünktlich zu Hause, wo Jill schon erwartet wurde. Die arme Maus konnte kurz was trinken, Pippi machen ging in der Aufregung gar nicht, kurz ein Würstchen essen und schon saß sie im nächsten Auto auf dem Weg zu Andre. Pass gut auf die Kleene auf, sonst kommt ihr großer Bruder Jack 🙂

Als nächstes kamen unsere Hunde wieder: Schmitti hatte nur Augen für die anderen Hunde, vor allem Jack wurde angeblökt, nur mein oller Rupi-Bär kam freudestrahlend auf mich zu gehumpelt. Ach, Bärchen, was hab ich dich vermisst. Vielen Dank, Sabine und Frank, dass ihr so gut auf unsere Schätze aufgepasst habt und dass Schmitti jetzt mit Lucy tobt…

Sabine hat sich sofort in Hope verguckt (obwohl Sabine und Frank auf dem Weg sind, ihre Welpin Jacky abzuholen) Gut, dass Hope schon vergeben war und dass Peer und Stefanie NIEMALS Hope hergeben würden.

Gabi und Vince hätten Lynn und/oder Hope mitgenommen, aber keine Chance, beide Mädels haben wundervolle Zuhause gefunden und ich wünsche allen Neu-Besitzern – einschließlich uns – viel Spaß und Freude mit ihren neuen Hundekindern.

Nachdem wir gestern abend das Auto ausgeräumt und vor allem die Matratzen rausgeworfen haben, wurde unser Jack gestern abend noch in die Badebütt gesteckt, was er tapfer über sich ergehen lassen hat.

Die erste Nacht war ruhig und er meldet sich mit Unruhe, wenn er raus muss. Der junge Mann will zwar alles noch markieren, aber das wird schon weniger. Noch hat er Durchfall, aber das bekommen wir auch in den Griff.

Ich sitze hier und schreibe und mir kommen die Tränen: was sind mir die 4 in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen; jeder auf seine eigene Art 🙂
Jetzt liegen meine 3 um mich herum und ich genieße unser neues Familienmitglied Jack und hoffe und wünsche, dass ich dem Bubi und den anderen Beiden gerecht werden kann

 

Vor 14 Jahren…

… habe ich meinen Ruppert aus dem Tierheim geholt.

Damals war er zarte 3 Jahre und voller Tatendrang – ok, ist er heute auch noch. Das Tierheim wollte ihn mir nicht geben, aber da gab es für mich keine Diskussionen und so willigten sie ein.

Seitdem haben Rupi und ich viel zusammen erlebt, manches Doofe, aber sehr viel Schönes und wir haben uns schließlich in Hand und Pfote versprochen aufeinander aufzupassen und das tun wir, bis zur letzten Sekunde.

Mein alter Rupi trägt Windel

Mein Opi ist mit seinen 17 Jahren immer noch recht gut drauf: er meldet sich, wenn er raus muss und bisher hat das super geklappt.

Leider läuft er seit letzter Woche etwas aus: er „tröpfelt“, aber das nehmen wir gerne in Kauf – ok, wir bekommen selten Besuch, da das Hasuaroma doch stark an Altenheim erinnert.

Also habe ich dem Oldie eine Rüdenwindel organisiert:

Bisher akzeptiert er die schicke Bauchbinde und hat noch nicht versucht, sie los zu werden – aber warten wir es ab und Wetten werden noch angenommen 🙂